Kurz gesagt
Ein Gewerbe meldest du beim Gewerbeamt deiner Stadt oder Gemeinde an, in vielen Orten online. Du brauchst deinen Ausweis, eine kurze Beschreibung der Tätigkeit und das Startdatum. Die Gebühr liegt je nach Ort meist zwischen 15 und 65 Euro. Danach meldet sich das Finanzamt, und du füllst den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung aus.
In 5 Schritten zum Gewerbeschein
- 1
Tätigkeit klar beschreiben
Zum Beispiel „Onlinehandel mit Yoga-Zubehör“ oder „Nachhilfe und Lerncoaching“. Lieber etwas breiter formulieren, damit spätere Ideen noch reinpassen.
- 2
Zuständiges Gewerbeamt finden
Zuständig ist die Gemeinde, in der dein Betrieb sitzt, bei einem Online-Shop meist deine Wohnadresse. Viele Städte bieten die Anmeldung online über ihr Serviceportal an.
- 3
Formular ausfüllen und Gebühr zahlen
Personalien, Adresse, Tätigkeit, Beginn, Haupt- oder Nebenerwerb. Bei manchen Tätigkeiten kommen Nachweise dazu, etwa eine Erlaubnis oder ein Meisterbrief.
- 4
Gewerbeschein erhalten
Du bekommst die Bestätigung per Post oder als PDF. Das Gewerbeamt informiert automatisch Finanzamt, IHK oder Handwerkskammer und weitere Stellen.
- 5
Fragebogen zur steuerlichen Erfassung
Innerhalb eines Monats nach Beginn füllst du ihn über ELSTER aus. Dort entscheidest du auch über die Kleinunternehmerregelung.
Wer muss ein Gewerbe anmelden?
Wer selbstständig, dauerhaft und mit der Absicht, Gewinn zu machen, tätig ist, betreibt in der Regel ein Gewerbe. Das gilt für einen Online-Shop genauso wie für viele Dienstleistungen, etwa Reinigung, Gartenpflege, Kosmetik oder Umzugshilfe.
Keine Gewerbeanmeldung brauchen Freiberufler wie Lehrer, Journalisten, Designer oder Übersetzer. Sie melden sich nur beim Finanzamt. Ob deine Tätigkeit freiberuflich ist, entscheidet am Ende das Finanzamt.
Diese Unterlagen brauchst du
Meist reicht wenig:
- Personalausweis oder Reisepass (bei Nicht-EU-Bürgern Aufenthaltstitel, der Selbstständigkeit erlaubt)
- Beschreibung der Tätigkeit und Startdatum
- Betriebsadresse (bei Online-Shops oft die Wohnadresse)
- Bei erlaubnispflichtigen Tätigkeiten: Erlaubnis, Sachkundenachweis oder Meisterbrief
- Bei Minderjährigen: Zustimmung der Eltern und des Familiengerichts
Was passiert nach der Anmeldung?
Das Gewerbeamt gibt deine Daten an Finanzamt, IHK oder Handwerkskammer, Berufsgenossenschaft und Statistikamt weiter. Die IHK-Mitgliedschaft ist Pflicht, kleine Betriebe sind oft beitragsfrei oder zahlen wenig. Das Finanzamt schickt dir den Hinweis auf den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, danach bekommst du deine Steuernummer.
Verkaufst du verpackte Ware an Privatkunden, registrierst du dich zusätzlich im Verpackungsregister LUCID, bevor du die erste Bestellung verschickst.
Häufige Fragen
Was kostet eine Gewerbeanmeldung?
Die Gebühr legt jede Gemeinde selbst fest. Üblich sind etwa 15 bis 65 Euro, online ist es manchmal günstiger.
Kann ich mein Gewerbe online anmelden?
In vielen Städten ja, über das Serviceportal der Stadt oder des Landes. Du brauchst dafür oft den Online-Ausweis (eID) oder ein BundID-Konto.
Muss ich das Gewerbe vor dem ersten Verkauf anmelden?
Ja, die Anmeldung gehört an den Anfang der Tätigkeit. Einen Store bauen und ansehen kannst du aber schon vorher, zum Beispiel um deine Idee zu testen.
Brauche ich für einen Online-Shop ein Gewerbe?
In aller Regel ja, sobald du regelmäßig und mit Gewinnabsicht verkaufst. Gelegentliche private Verkäufe gebrauchter Sachen sind etwas anderes.
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Bauen und ansehen ist kostenlos.
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Redaktion 5minstore · Stand: 1. November 2026. Allgemeine Informationen, keine Rechts- oder Steuerberatung.




